Die Augen sind das Fenster zur Welt – und wenn etwas nicht stimmt, zählt jede Minute. Doch einen Augenarzttermin zu bekommen, kann in Deutschland eine Geduldsprobe sein. Die bundesweite Terminservicestelle 116117 hilft: Sie vermittelt gesetzlich Versicherten innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin, und das oft ohne Überweisung, wie die Verbraucherzentrale (unabhängige Verbraucherorganisation) bestätigt. Ob schnelle Terminbuchung, Notfallhilfe oder Kostenfragen – dieser Leitfaden zeigt Ihnen den Weg.

Terminvermittlung (dringend): innerhalb von 4 Wochen (Verbraucherzentrale) ·
Service 116117: rund um die Uhr (116117.de – offizielle Plattform der Kassenärztlichen Bundesvereinigung) ·
Überweisung: meist nicht nötig (Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN))

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Die tatsächliche Wartezeit variiert stark je nach Region und Praxis
  • Die Höhe der Erstattung durch private Tarife ist individuell unterschiedlich
  • Ob eine bestimmte Zusatzleistung von der Kasse übernommen wird, muss vorab geklärt werden
  • Die genauen Kosten einer Privatkonsultation können je nach Steigerungsfaktor variieren
3Zeitleisten-Signal
  • Gesetzlich Versicherte haben bei Dringlichkeit Anspruch auf einen Termin innerhalb von 4 Wochen (Verbraucherzentrale)
  • Online-Terminbuchung über den E-Terminservice der 116117 ist sofort möglich (116117 Terminservice)
4Wie es weitergeht
  • Termin über 116117 buchen oder online via E-Terminservice vereinbaren
  • Bei Notfall direkt 116117 anrufen oder die nächste Augen-Notaufnahme aufsuchen
  • Je nach Versicherungsstatus Kosten und Erstattung vorab klären

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eckdaten zusammen.

Wichtige Kennzahlen und Anlaufstellen zum Augenarztbesuch in Deutschland
Merkmal Wert
Terminvermittlung bei Dringlichkeit innerhalb von 4 Wochen (Verbraucherzentrale)
Servicezeiten 116117 rund um die Uhr (116117.de)
Überweisung für Augenarzt (meiste KVen) nicht erforderlich (KVN)
Online-Terminbuchung möglich (E-Terminservice) (116117 Terminservice)
Berlin: Überweisung mit Vermittlungscode erforderlich (KV Berlin)
Notfallnummer 116117 (116117.de)

Wie kann ich schnell einen Augenarzttermin bekommen?

Online-Buchungsportale nutzen

Der E-Terminservice der 116117 (offizielle Plattform der Kassenärztlichen Vereinigungen) ermöglicht gesetzlich Versicherten eine schnelle Online-Buchung. Wer lieber telefoniert, erreicht die 116117 kostenfrei rund um die Uhr – auch für Fragen zu freien Terminen in der Region.

Der Schlüssel

Die 116117 vermittelt nicht nur Termine, sie ist bundesweit kostenfrei und rund um die Uhr erreichbar. Wer frühzeitig anruft, umgeht lange Wartezeiten in der Praxis.

Akuttage in Kliniken oder Praxen

Einige Praxen und Krankenhäuser bieten spezielle Akuttage ohne vorherige Terminbuchung an. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) weist darauf hin, dass die 116117 auch solche Angebote vermitteln kann.

Privatpraxen mit kurzen Wartezeiten

Privatpatienten oder Selbstzahler erhalten in vielen Privatpraxen kurzfristig Termine. Die Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), die einen festen Rahmen vorgibt – der Steigerungsfaktor kann jedoch variieren.

  • Online-Buchung über Doctolib oder Jameda: Diese Portale listen viele Augenärzte mit freien Terminen.
  • Telefonische Terminvergabe: Oft schneller als Online, besonders bei älteren Praxen.

Die Implikation: Wer die 116117 als zentrale Anlaufstelle nutzt, hat die besten Chancen auf einen zeitnahen Termin – und das ohne Überweisungsformalitäten.

Wohin bei einem augenärztlichen Notfall?

Augenärztlicher Bereitschaftsdienst (116117)

Die 116117 ist der bundesweite Patientenservice für ärztliche Bereitschaftsdienste – das bestätigt 116117.de (offizielle Seite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung). Bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden wie einem roten Auge oder Fremdkörpergefühl vermittelt sie eine nahegelegene Bereitschaftspraxis.

Notaufnahme mit Augenabteilung (Klinik)

Bei plötzlichem Sehverlust, starken Schmerzen oder Verletzungen am Auge ist die Notaufnahme einer Klinik mit eigener Augenabteilung der richtige Ort. Viele Krankenhäuser führen eine solche Station – die 116117 kann Ihnen die nächste nennen.

Selbsteinschätzung: Wann ist ein Notfall gegeben?

Die Verbraucherzentrale rät: „Wenn Sie plötzlich schlechter sehen, starke Schmerzen haben oder Ihnen etwas ins Auge gespritzt ist, zögern Sie nicht – rufen Sie den Notruf 112 oder gehen Sie direkt in die Notaufnahme.“

Was zu beachten ist

Bei Sehverlust oder schweren Verletzungen zählt jede Minute. Wählen Sie sofort 112 – die Leitstelle kann den nächstgelegenen Augenarzt oder die Klinik mit Augenabteilung alarmieren.

Der Entscheidungsweg: Bei plötzlichen, starken Symptomen: 112. Bei leichteren, aber unklaren Beschwerden: 116117. Eine falsche Entscheidung ist nicht tragisch – der Notdienst leitet Sie korrekt weiter.

Kann ich ohne Überweisung zum Augenarzt gehen?

Gesetzliche Krankenkasse: Direktzugang ohne Überweisung

Seit 2004 können gesetzlich Versicherte Fachärzte wie Augenärzte grundsätzlich ohne Überweisung aufsuchen, wie die Stiftung Gesundheitswissen (unabhängige Gesundheitsorganisation) erklärt. Einschränkung: Manche KVen verlangen für bestimmte Leistungen eine Überweisung, um die Kostenübernahme zu sichern.

Private Krankenversicherung (PKV) und Beihilfe

Privatversicherte benötigen in der Regel keine Überweisung. Sie zahlen die Behandlung selbst und reichen die Rechnung später zur Erstattung bei ihrem Versicherer ein. Die Höhe der Erstattung hängt vom gewählten Tarif ab – das gilt auch für Berlin, wo die KV Berlin eine Überweisung mit Vermittlungscode fordert.

Wann eine Überweisung dennoch sinnvoll ist

Eine Überweisung vom Hausarzt kann die Abrechnung mit der GKV erleichtern, insbesondere wenn spezielle Untersuchungen wie eine OCT (optische Kohärenztomographie) notwendig sind. Sie kann auch die Wartezeit verkürzen, weil Praxen Überweisungspatienten priorisieren.

  • Hausarztverträge: Wer einen Hausarztvertrag abgeschlossen hat, muss vor dem Facharztbesuch eine Überweisung einholen (Quelle: Stiftung Gesundheitswissen).
  • Regionen wie Berlin: Hier verlangt die KV Berlin für die Terminvermittlung über 116117 zwingend einen Vermittlungscode von der Überweisung.

Die Abwägung: Grundsätzlich ist keine Überweisung nötig, aber in bestimmten Konstellationen (Hausarztvertrag, spezielle KVen) ist sie Voraussetzung für den versicherten Leistungsanspruch.

Was kostet eine augenärztliche Konsultation?

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) – Sachleistungsprinzip

Für gesetzlich Versicherte entstehen bei medizinisch notwendigen Untersuchungen keine Kosten. Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen Praxis und Krankenkasse. Die Verbraucherzentrale betont, dass auch die Vermittlung über die 116117 für den Patienten kostenlos ist.

Private Krankenversicherung – Abrechnung nach GOÄ

Privatversicherte zahlen die Behandlung zunächst selbst und erhalten je nach Tarif 80–100 % erstattet. Eine einfache Konsultation liegt nach der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) im Bereich von etwa 50–80 Euro, mit Geräteuntersuchungen wie Augeninnendruckmessung können es bis zu 150 Euro sein.

Zusatzkosten für spezielle Untersuchungen

Leistungen wie die optische Kohärenztomographie (OCT) oder Gesichtsfeldmessung werden von der GKV nur bei medizinischer Indikation übernommen. Privatversicherte müssen vorab klären, ob ihr Tarif diese Kosten deckt – andernfalls zahlen sie selbst. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) weist darauf hin, dass Sehhilfen für Erwachsene generell keine Kassenleistung mehr sind.

Die Kostenfalle

Spezielle Untersuchungen wie OCT sind schnell angeordnet, aber nicht immer Teil der Kassenleistung. Fragen Sie Ihren Augenarzt vor der Durchführung, ob die Kasse die Kosten übernimmt – oder ob Sie als Privatzahler einspringen müssen.

Der finanzielle Überblick: Während GKV-Versicherte bei medizinischer Notwendigkeit nicht in die Tasche greifen müssen, zahlen Privatpatienten im Schnitt 50–150 Euro pro Konsultation – abhängig von Umfang und Steigerungsfaktor der GOÄ.

Wie werden augenärztliche Konsultationen von der Krankenkasse erstattet?

Ablauf der Kostenerstattung bei Privatzahler

Privatversicherte erhalten nach der Behandlung eine Rechnung, die sie bei ihrem Versicherer einreichen. Die Erstattungshöhe richtet sich nach dem vereinbarten Tarif – meist zwischen 80 und 100 Prozent. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) empfiehlt, vor der Behandlung den voraussichtlichen Erstattungssatz zu klären.

Direktabrechnung mit der GKV

Bei gesetzlich Versicherten läuft die Abrechnung direkt zwischen Praxis und Krankenkasse – ohne Zuzahlung. Nur wenn der Arzt eine Leistung erbringt, die nicht im Leistungskatalog der GKV enthalten ist (etwa ein Wunschsehtest), wird dem Patienten eine Privatrechnung gestellt.

Besonderheiten bei Sehhilfen und Brillen

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Brillengläser und Kontaktlinsen für Erwachsene nur noch in Ausnahmefällen wie hoher Fehlsichtigkeit oder bestimmten Augenerkrankungen von der GKV übernommen werden. Vor dem Kauf sollte daher eine Genehmigung der Kasse eingeholt werden.

  • GKV: Bei medizinischer Notwendigkeit 100 % Erstattung der Kassenleistungen.
  • PKV: Erstattungssatz variiert je nach Tarif, oft bis 100 %, aber mit Selbstbehalt.
  • Sehhilfen: Nur in begründeten Fällen – für die meisten Erwachsenen keine Kassenleistung.

Die Erkenntnis: Wer seine Kosten im Griff behalten will, sollte vor der Behandlung wissen, welche Leistungen die Kasse trägt – und bei Privatbehandlungen den Erstattungssatz klären. Die größte Unbekannte bleibt der individuelle PKV-Tarif.

Schritte zur erfolgreichen Terminfindung und Notfallhilfe

  1. Symptome einschätzen: Bei plötzlichem Sehverlust, starken Schmerzen oder Verletzung → sofort 112 wählen. Bei leichteren Beschwerden → 116117 anrufen.
  2. Über die 116117 einen Termin vermitteln lassen: Die kostenfreie Dienstleistung ist rund um die Uhr erreichbar und vermittelt gesetzlich Versicherten innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin.
  3. Online buchen: Nutzen Sie den E-Terminservice unter 116117-termine.de oder Portale wie Doctolib für eine schnelle Buchung.
  4. Überweisung prüfen: Grundsätzlich keine Überweisung nötig – aber wenn Sie einen Hausarztvertrag haben, holen Sie vorab eine Überweisung ein.
  5. Kosten klären: Fragen Sie bei der Terminvereinbarung, ob die Kassenleistung ausreicht oder Zusatzkosten (z. B. OCT) anfallen.
  6. Notfallvorbereitung: Speichern Sie die Nummer 116117 im Telefon und notieren Sie sich die Adresse der nächsten Klinik mit Augenabteilung.

Bestätigte Fakten

  • Gesetzlich Versicherte können ohne Überweisung zum Augenarzt (KVBW)
  • Die 116117 ist rund um die Uhr erreichbar (116117.de)
  • Bei akuten Sehstörungen ist der Notruf 112 die richtige Anlaufstelle (Verbraucherzentrale)
  • Die Kosten einer Privatkonsultation richten sich nach der GOÄ (116117.de)

Was unklar ist

  • Die tatsächliche Wartezeit variiert stark je nach Region und Praxis
  • Die Höhe der Erstattung durch private Tarife ist individuell unterschiedlich
  • Ob eine bestimmte Zusatzleistung von der Kasse übernommen wird, muss vorab geklärt werden
  • Die genauen Kosten einer Privatkonsultation können je nach Steigerungsfaktor variieren

„Die 116117 ist nicht nur für Notfälle da, sondern vermittelt auch ganz normale Facharzttermine – und das ohne Überweisung. Das gilt auch für Augenärzte in fast allen KV-Regionen.“

– Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) – offizieller KV-Verbund

„Patienten in Deutschland haben grundsätzlich freie Arztwahl. Sie können den Augenarzt selbst wählen, ohne vorher einen Hausarzt zu konsultieren – eine Überweisung ist nur in Ausnahmefällen erforderlich.“

Für gesetzlich Versicherte in Deutschland bedeutet das: Planen Sie Zeit ein, nutzen Sie die 116117 für schnelle Termine, und seien Sie bei Notfällen konsequent. Die größte Hürde ist nicht der Arztvorbehalt, sondern die Unkenntnis der kostenlosen Vermittlungsangebote. Wer die 116117 kennt und nutzt, spart Wochen Wartezeit und vermeidet unnötige Kosten.

Weitere Quellen

kvwl.de

Für eine umfassendere Übersicht über geöffnete Praxen und Notdienste können Sie auch diesen Artikel mit Tipps zur Augensuche konsultieren.

Häufig gestellte Fragen

Welche Unterlagen muss ich zum ersten Augenarztbesuch mitbringen?

Bringen Sie Ihre Versichertenkarte (GKV) oder Versicherungspolice (PKV) mit. Außerdem hilfreich: bisherige Brillenverordnungen, Kontaktlinseninformationen und eine Liste aktueller Medikamente (Verbraucherzentrale).

Wann sollte ich mit meinem Kind zum Augenarzt gehen?

Die Stiftung Gesundheitswissen empfiehlt Sehtests im Rahmen der U-Untersuchungen. Spätestens bei Schielen, Kopfschmerzen oder auffälligem Verhalten sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen (Stiftung Gesundheitswissen).

Unterscheidet sich die augenärztliche Untersuchung bei Erwachsenen und Kindern?

Ja, bei Kindern wird auf spielerische Methoden gesetzt, und die Sehkraftmessung erfolgt oft mit kindgerechten Geräten. Die grundlegenden Untersuchungen wie Spalttlampe und Augenhintergrund sind jedoch identisch.

Was ist ein Sehtest und wird er von der Kasse bezahlt?

Ein Sehtest zur Bestimmung der Sehschärfe wird von der GKV nur bei medizinischer Indikation (z. B. Verdacht auf Fehlsichtigkeit) übernommen. Für einen privaten Sehtest ohne medizinischen Grund müssen Sie selbst zahlen (Verbraucherzentrale).

Kann ich einen Augenarzttermin auch ohne Onlinebuchung vereinbaren?

Ja, telefonisch über die 116117 oder direkt in der Praxis. Die 116117 ist rund um die Uhr erreichbar und kann auch ohne Internet genutzt werden (116117.de).

Wie oft sollte man zur Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt gehen?

Für Erwachsene ohne Beschwerden und ohne Risikofaktoren wird alle 2–5 Jahre eine Vorsorge empfohlen. Bei Diabetes oder Glaukom in der Familie jährlich. Die Kosten übernimmt die GKV nur bei medizinischer Indikation (KVN).