Wer zwischen Zürich und Winterthur unterwegs ist, teilt diese Strecke mit Zehntausenden anderen – sie ist die meistbefahrene Eisenbahnroute der Schweiz. Täglich rumpeln 670 Züge durch eine Trasse, die seit über 170 Jahren existiert und längst an ihre Grenzen stößt. Jetzt plant die SBB ein Milliardenprojekt, das das Netz für ein ganzes Jahrzehnt prägen wird.

Eröffnet: 1855 ·
Meistbefahrenste Strecke: Schweiz ·
Neuer Tunnel: Brüttenertunnel ·
Baustart: 2026 ·
Reisezeitreduktion: 8 Minuten

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exakte Fertigstellungstermine für einzelne Bauetappen
  • Endgültige Reisezeitreduktion im Detail
  • Stand allfälliger Rekurse beim Bundesverwaltungsgericht
3Zeitleisten-Signal
  • Vorarbeiten 2026, Bohrarbeiten 2029 (SBB Unternehmen)
  • Erste Züge durch Tunnel Ende 2037 (SBB Unternehmen)
  • Projekt läuft über ein Jahrzehnt (SBB Unternehmen)
4Wie es weitergeht
  • Viergleisiger Ausbau schafft Kapazität für 900 Züge/Tag
  • Neue Bahnhöfe in Winterthur Töss, Bassersdorf, Dietlikon, Wallisellen
  • Viertelstundentakt im Fern- und Regionalverkehr

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eckdaten zur Bahnstrecke Zürich–Winterthur zusammen.

Merkmal Wert
Länge der Strecke ca. 20 km
Eröffnungsjahr 1855
Betreiber SBB
Status Ausbau geplant
Wichtigkeit Meistbefahrenste in CH

Was ist der Brüttenertunnel?

Der Brüttenertunnel ist das Herzstück des Projekts MehrSpur Zürich–Winterthur. Mit einer Länge von 9 Kilometern wird er künftig zwei einspurige Röhren zwischen Winterthur und dem Grossraum Zürich umfassen. Das nördliche Portal liegt bei Winterthur, das südliche bei Bassersdorf und Dietlikon.

Lage und Planung

Die heutige Strecke via Effretikon ist kurvenreich und gilt als Flaschenhals im Schweizer Schienennetz. Die SBB plant daher seit Jahrzehnten eine Direktverbindung, die den Engpass auf der meistbefahrenen Strecke der Schweiz beseitigt. Das Bundesamt für Verkehr erteilte die Plangenehmigung am 14. Oktober 2025.

Baubeginn 2026

Die SBB erhielt im Januar 2026 die Baubewilligung für das Grossprojekt mit einem Kostenvolumen von rund 3,3 Milliarden Franken. Vorarbeiten starten 2026, um Baustellen und Installationsplätze einzurichten. Der offizielle Spatenstich erfolgt im Sommer 2026.

Auswirkungen auf Kapazität

Heute passieren 670 Züge mit 120.000 Reisenden täglich die Strecke. Nach Fertigstellung sollen es 900 Züge und 156.000 Passagiere pro Tag sein – eine Steigerung um 30 Prozent. Im Tunnel gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, was eine Fahrtzeit von nur etwa 3 Minuten durch den Berg bedeutet.

Was das bedeutet

Pendler zwischen Winterthur und Zürich profitieren künftig von einem stabileren Fahrplan. Wie SBB-Gesamtprojektleiter Bruno Studer betont: «Wir werden weniger Verzögerungen und Verspätungen haben.»

Wie lange dauert die schnellste Fahrt von Winterthur HB nach Zürich HB?

Die schnellste Verbindung heute beträgt etwa 20 Minuten mit SBB-Zügen im Regelverkehr. Bei diesem Tempo ist die Strecke bereits heute vollständig ausgelastet – seit dem Fahrplanwechsel 2020 fahren 670 Züge täglich durch den Korridor.

Aktuelle Fahrzeiten

Im Schnitt benötigen Fernverkehrszüge zwischen 22 und 25 Minuten für die etwa 20 Kilometer lange Strecke. Die S-Bahn-Linien brauchen aufgrund häufigerer Stopps etwas länger. Das Fahrplanfeld 750 bildet die Grundlage für die Taktung auf dieser Achse.

Schnellste Verbindungen

Die IC-Züge der SBB bieten die kürzesten Fahrzeiten. In den Hauptverkehrszeiten verkehren die Züge im Viertelstundentakt – sowohl im Fernverkehr als auch bei der S-Bahn. Diese dichte Taktung wird künftig ausgebaut.

Zukünftige Verbesserungen

Durch den Brüttenertunnel verkürzt sich die Fahrzeit um 8 Minuten. Die ursprüngliche Planung sah lediglich 3 bis 4 Minuten Reduktion vor, doch die neue Trassenführung durch den Berg ermöglicht bessere Werte. Erste Züge sollen Ende 2037 durch den Tunnel rollen.

Warum die Preise stabil bleiben

Trotz des Milliardenprojekts plant die SBB keine Preiserhöhungen speziell für diese Strecke. Das Ausbauprojekt wird über den Fonds für die Eisenbahn und Staatsbeiträge finanziert.

Wie viel kostet ein Ticket von Winterthur nach Zürich?

Ein Standardticket für die Strecke Zürich–Winterthur kostet ab 13,80 CHF in der zweiten Klasse. Die Preise variieren je nach Reisezeit und Buchungszeitpunkt – wer früh bucht oder ausserhalb der Hauptverkehrszeiten fährt, findet günstigere Angebote.

Preise ab 13,80 CHF

Das Streckenbillett im Generalabonnement oder mit Halbtax ist auf dieser stark frequentierten Route besonders beliebt. Die SBB bietet zudem Supersparpreise für Frühbucher an, die deutlich unter dem Normaltarif liegen können.

Tickets über Trainline

Fahrgäste können Tickets auch über Drittanbieter wie Trainline erwerben. Dabei lohnt sich ein Vergleich der Plattformen, da verschiedene Anbieter unterschiedliche Kontingente und Preise verwalten.

Supersparpreise

Wer Flexibilität beim Reisedatum hat, findet auf der SBB-Website regelmässig Aktionspreise. Für Pendler empfiehlt sich ein GA oder eine Gleispass-Karte, die bei häufiger Nutzung deutlich günstiger kommt als Einzeltickets.

Wo fuhr die Spanisch-Brötli-Bahn?

Die Spanisch-Brötli-Bahn war die erste Eisenbahnverbindung der Schweiz und verkehrte ab 1847 auf der Strecke Zürich–Baden. Der Name stammt von den spanisch anmutenden Brötchen, die in Baden verkauft wurden und die bei der Ankunft in Zürich als Delikatesse galten.

Historische Strecke

Die heute befahrene Trasse zwischen Zürich und Winterthur entstand erst 1855 als Verlängerung der Nordostbahn. Die Spanisch-Brötli-Bahn selbst nutzte eine andere Route über Baden und Wettingen. Dennoch gilt sie als Ursprung des Schweizer Eisenbahnnetzes.

175 Jahre Eisenbahn

Die Bahnstrecke Zürich–Winterthur feierte 2025 ihr 170-jähriges Bestehen. In dieser Zeit hat sie sich von einer Pferdeboot-ähnlichen Verbindung zu einer der am dichtesten befahrenen Bahnen Europas entwickelt. Das 175-Jahr-Jubiläum rückt 2030 näher.

Nameherkunft

Der Begriff «Spanisch-Brötli-Bahn» ist ein liebevoller Spitzname für die erste dampfbetriebene Eisenbahnkutsche. Die Legende besagt, dass Reisende aus Zürich bei der Ankunft in Baden spanische Brötchen kaufen wollten – was zeigt, wie exotisch Backwaren damals in der Schweiz waren.

Wann beginnt der Ausbau der Bahnstrecke Zürich–Winterthur?

Der Ausbau beginnt offiziell im Sommer 2026 mit dem Spatenstich für das Grossprojekt. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich ein Jahrzehnt dauern – die SBB rechnet mit einer Fertigstellung bis Ende 2037. Der Bau erfolgt unter laufendem Betrieb, ohne grössere Sperren.

Mehrspur-Projekt

Das Projekt MehrSpur Zürich–Winterthur umfasst den Ausbau auf durchgehend vier Spuren. Neben dem Brüttenertunnel werden vier neue oder erweiterte Bahnhöfe gebaut: Winterthur Töss (Ende 2028), Bassersdorf (Ende 2029), Dietlikon und Wallisellen (Ende 2032).

Viergleisigkeit

Die heutige Strecke ist grösstenteils zweigleisig. Durch den Bau des Brüttenertunnels und zusätzlicher Gleise entlang der Bestandsstrecke entsteht ein viergleisiger Korridor. Dies ermöglicht eine Trennung von Fern- und Güterverkehr.

SBB-Pläne

Die SBB setzt auf eine schrittweise Realisierung. Zuerst entstehen die neuen Bahnhöfe, dann folgen die Tunnelbohrungen ab 2029. Eine Tunnelbohrmaschine wird ab Dietlikon in Richtung Winterthur vorstossen. Zwei Röhren mit 20 Querschlägen verbinden sie – ein separater Rettungsstollen ist nicht vorgesehen.

Zeitleiste: Bahnstrecke Zürich–Winterthur

  • 1980er Jahre: Erste Pläne für eine Tunnellösung werden diskutiert
  • Februar 2014: Projekt im Fonds für die Eisenbahn
  • 2019: Zustimmung des Parlaments im STEP 2035
  • Fahrplanwechsel 2020: Strecke komplett ausgelastet
  • 2023: Planauflage mit über 200 Einsprachen
  • 14.10.2025: Plangenehmigung durch das BAV
  • Januar 2026: SBB erhält Baubewilligung
  • Sommer 2026: Offizieller Spatenstich
  • 2029: Bohrarbeiten für den Tunnel beginnen
  • Ende 2037: Erste Züge durch den Brüttenertunnel

Bestätigte Fakten

  • Strecke eröffnet 1855
  • Baustart Vorarbeiten 2026
  • SBB-Projekt MehrSpur
  • Kosten: 3,3 Milliarden Franken
  • Tunnellänge: 9 km

Was noch unklar ist

  • Exakte Fertigstellungstermine einzelner Etappen
  • Endgültige Reisezeitreduktion in Minuten
  • Ausgang allfälliger Rekurse

Es sind schnellere Verbindungen möglich, aber auch stabilere. Wir werden weniger Verzögerungen und Verspätungen haben.

— Bruno Studer, Gesamtprojektleiter SBB (SRF)

Der Engpass auf einer der meistbefahrenen Strecken der Schweiz behoben werden.

— SBB Unternehmen (SBB Unternehmen)

Die Konsequenz ist klar: Für Pendler zwischen Zürich und Winterthur wird die Strecke trotz jahrelanger Bauarbeiten langfristig attraktiver. Wer frühzeitig auf das GA oder eine vergleichbare Lösung setzt, sichert sich die besten Preise für eine Route, die ab 2037 in nur 12 Minuten zu bewältigen sein wird.

Fazit: Die meistbefahrene Bahnstrecke der Schweiz bekommt ein Facelift der Superlative. Der Brüttenertunnel ist nicht nur ein Ingenieursprojekt – er ist eine Investition in die Mobilität einer Region. Pendler: Viertelstundentakt statt Gedränge. Anwohner: Baulärm jetzt für weniger Verspätungen später.
Was ist die Bahnstrecke Zürich–Winterthur?

Die Bahnstrecke Zürich–Winterthur ist mit etwa 670 Zügen täglich die meistbefahrene Eisenbahnroute der Schweiz. Sie verbindet die beiden Städte auf einer Distanz von rund 20 Kilometern und wird von der SBB betrieben.

Wie bucht man Züge von Zürich nach Winterthur?

Tickets sind direkt über die SBB-Website, die SBB-Mobile-App oder Drittanbieter wie Trainline erhältlich. Frühbucher finden oft Supersparpreise ab 13,80 CHF.

Welche Züge fahren auf der Strecke?

Sowohl Fernverkehrs-IC als auch S-Bahn-Züge der Linien S11, S12 und weiterer nutzen die Strecke. Die Taktung liegt im Viertelstundentakt.

Wie wirkt sich der Brüttenertunnel auf Pendler aus?

Die Fahrzeit verkürzt sich um 8 Minuten auf etwa 12 Minuten. Zusätzlich profitieren Pendler von einer stabileren Pünktlichkeit, da der neue Tunnel kurvenreiche Abschnitte ersetzt.

Gibt es Alternativen zur SBB?

Es gibt keine direkte Alternativstrecke mit vergleichbarer Taktung. Der Individualverkehr über die A1 oder der Fernbus sind langsamer und weniger zuverlässig für Berufspendler.

Was bedeutet Fahrplanfeld 750?

Das Fahrplanfeld 750 ist die systemtechnische Bezeichnung für die SBB-Strecke Zürich–Winterthur im nationalen Fahrplansystem. Es definiert die Kapazitätsplanung und Taktung.


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