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Plongeon de haut vol: Höhen, Rekorde und Sicherheit

Freddie Oliver Thompson Murray • 2026-07-28 • Gepruft von Hannah Fischer

Wenn man aus fast zehn Stockwerken ins Wasser springt, denkt man zuerst an Adrenalin – aber die Athleten des Plongeon de haut vol denken an Winkel, Körperspannung und die Physik des Aufpralls. Denn bei 27 Metern Höhe erreicht der Körper Geschwindigkeiten, bei denen ein falscher Eintauchwinkel schwere Verletzungen bedeuten kann.

Absprunghöhe Männer (Weltcup): 27 m ·
Absprunghöhe Frauen (Weltcup): 21 m ·
Höchste je gesprungene Höhe (inoffiziell): 58,8 m (Oliver Favre) ·
Aufprallgeschwindigkeit (27 m): ca. 85 km/h

Kurzüberblick

1Physik der Landung
2Sicherheit im Wettkampf
3Rekorde und Extremfälle
  • Oliver Favre sprang 1987 offiziell 58,8 m (Wikipedia – Plongeon de haut vol)
  • Höchster kontrollierter Sprung im Wettkampf: 28 m (Wikipedia – Plongeon de haut vol)
  • Todesfälle meist durch falsche Körperhaltung bei inoffiziellen Sprüngen (Wikipedia – Plongeon de haut vol)
4Training für Anfänger
  • Einstieg ab 5 m Höhe empfohlen
  • Atemtechnik und Körperspannung üben
  • Nur mit zertifiziertem Trainer in speziellen Anlagen

Sechs zentrale Fakten im Überblick – die Spannweite reicht von den offiziellen Wettkampfhöhen bis zum spektakulären Rekord von Oliver Favre.

Tabelle: Zentrale Kennzahlen des Plongeon de haut vol im Überblick.
Merkmal Wert
Wettkampfhöhe Männer 27 m (ca. 9 Stockwerke)
Wettkampfhöhe Frauen 21 m (ca. 7 Stockwerke)
Aufprallgeschwindigkeit (27 m) ca. 85 km/h
Weltcup-Sieger 2023 (Männer) Gary Hunt
Weltcup-Siegerin 2023 (Frauen) Rhiannan Iffland
Höchster dokumentierter Sprung 58,8 m (Oliver Favre, 1987)

Was ist Plongeon de haut vol?

Definition und Abgrenzung zum olympischen Turmspringen

Plongeon de haut vol – zu Deutsch „Klippenspringen“ – ist eine Extremsportart, bei der Athleten von Plattformen zwischen 18 und 28 Metern Höhe ins Wasser springen. Der entscheidende Unterschied zum olympischen Turmspringen: Dort ist die maximale Höhe 10 Meter. Wer aus 27 Metern springt, erreicht eine Aufprallgeschwindigkeit von rund 85 km/h – mehr als doppelt so schnell wie vom Zehnmeterbrett (Wikipedia – Plongeon de haut vol).

Der Unterschied

Vom 10-Meter-Brett beträgt die Aufprallgeschwindigkeit etwa 50 km/h. Bei 27 Metern sind es 85 km/h – die kinetische Energie ist mehr als verdreifacht. Das erklärt, warum Technik und Körperhaltung hier über Leben und Verletzungsfreiheit entscheiden.

Offizielle Wettkampfhöhen nach Geschlecht

  • Männer: 27 m – das entspricht etwa neun Stockwerken eines Wohnhauses
  • Frauen: 21 m – rund sieben Stockwerke

Diese Höhen sind durch die FINA (Weltverband für Schwimmsport) festgelegt und gelten für alle offiziellen Wettkämpfe der Red Bull Cliff Diving World Series.

Die Implikation: Schon die „Standardhöhen“ liegen weit außerhalb dessen, was untrainierte Personen gefahrlos bewältigen können. Für Anfänger ist ein Einstieg ab 5 Metern mit zertifiziertem Trainer Pflicht.

Welche Höhe hat ein Plongeon de haut vol Sprung?

Standardhöhen im Wettkampf

Wie bereits genannt: 27 Meter für Männer, 21 Meter für Frauen. Die Plattformen müssen nach den Vorschriften des französischen Schwimmverbands (FFN) starr und horizontal sein und eine Tragfähigkeit von 350 kgf pro laufendem Meter aufweisen.

Rekordsprünge und deren Höhen

  • Der höchste dokumentierte Sprung stammt von Oliver Favre, der 1987 im Lac Léman (Schweiz) 58,8 Meter sprang – die Höhe eines 18-stöckigen Gebäudes (Wikipedia – Plongeon de haut vol)
  • Inoffizielle Rekorde liegen bei über 50 Metern, sind aber oft nicht verifiziert und mit extremen Risiken verbunden.
  • Im Wettkampf selten mehr als 28 Meter – aus Sicherheitsgründen.
Was zu beachten ist

Der Sprung von Oliver Favre (58,8 m) wird von vielen als Legende gefeiert, aber offiziell nie als Wettkampfrekord anerkannt. Die Aufprallgeschwindigkeit bei dieser Höhe: rund 110 km/h. Die Überlebenschancen bei einem solchen Sturz hängen von perfekter Körperhaltung, Wasserbeschaffenheit und Glück ab.

Das Muster: Je höher der Sprung, desto exponentiell steigendes Verletzungsrisiko. Die FINA und die Veranstalter der Red Bull Cliff Diving World Series halten daher bewusst an den Höhen 27 m (Männer) und 21 m (Frauen) fest – als Kompromiss zwischen spektakulärem Sport und kalkulierbarem Risiko.

Wie vermeiden Profis Verletzungen beim Klippenspringen?

Körperhaltung und Eintauchwinkel

Profis springen in einer gestreckten Körperhaltung mit den Füßen voran. Der Eintauchwinkel muss nahezu 90 Grad betragen, um die Aufprallkraft zu minimieren. Die Active & Safe-Richtlinien nennen als Schutzfaktoren: maximierte Flugweite, niedrigen Eintrittswinkel und eine Steering-Technik – also aktives Steuern der Körperposition während des Falls.

Die Wasseroberflächenspannung wird durch spezielle Techniken („Durchbrechen“) reduziert: Die Hände sind zusammengeführt, Daumen verriegelt, Arme über dem Kopf gestreckt. Das verringert laut Active & Safe-Dokument das Risiko von Kopf- und Nackenverletzungen erheblich.

Training und Sicherheitsprotokolle

  • Traditionelles Sprungtraining für Füße-zuerst-Eintritte baut bestimmte Muskelgedächtnis-Muster auf – der FINA-Officials-Manual betont, dass diese Gewohnheiten früh ausgebildet werden müssen.
  • Sicherheitspersonal und Taucher sind während der Sprünge im Wasser stationiert (Manitoba-Sicherheitshandbuch).
  • Vor jedem Sprung wird geprüft, dass sich niemand unter dem Springer befindet.
  • Das Springen mit Schwimmbrille oder Ohrstöpseln ist verboten – diese können bei Aufprall Verletzungen verstärken.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für Anfänger

  1. Beginnen Sie mit Sprüngen ab 5 Metern Höhe, um die Grundtechnik zu erlernen.
  2. Üben Sie Atemtechnik und Körperspannung, um die Kontrolle während des Falls zu behalten.
  3. Trainieren Sie ausschließlich mit einem zertifizierten Trainer in speziell dafür ausgelegten Anlagen.
  4. Steigern Sie die Höhe schrittweise – erst nach Jahren intensiven Trainings sind Höhen über 20 Meter möglich.
Fazit: Profis kontrollieren drei Dinge: Winkel, Körperspannung und Atemtechnik. Füße voran, Arme über dem Kopf, Daumen verriegelt – das ist die Standard-Abfolge. Ein Trainingsplan beginnt bei 5 Metern und steigert sich über Jahre.

Was das bedeutet: Die Verletzungsprävention beim Plongeon de haut vol ist kein optionales Extra, sondern die Kernkompetenz der Athleten. Wer die Technik nicht perfekt beherrscht, riskiert ab 8 Metern schwere Rückenmarksverletzungen (Phys.org).

Kann man einen Sturz aus 50 Metern ins Wasser überleben?

Physikalische Grenzen des menschlichen Körpers

  • Bei untrainierten Tauchern ist bei einem kopfvoran ausgeführten Sprung über etwa 8 Meter eine Verletzung von Rückenmark und Nacken wahrscheinlich (Phys.org)
  • Bei handvoran ausgeführten Sprüngen über etwa 12 Meter: Schlüsselbeinverletzung wahrscheinlich.
  • Bei fußvoran ausgeführten Sprüngen über etwa 15 Meter: Knieverletzung wahrscheinlich.

Ein Fachartikel in Current Sports Medicine Reports stellt fest, dass High Diver von 20- oder 27-Meter-Plattformen wegen höherer Kraft und Geschwindigkeit ein erhöhtes Risiko für Bandverletzungen am Knie und Frakturen der unteren Extremitäten haben.

Dokumentierte Überlebensfälle

  • Die kritische Höhe für tödliche Verletzungen liegt bei etwa 50 Metern – abhängig von Körperhaltung und Wasserbeschaffenheit.
  • Es gibt Einzelfälle von Überlebenden bei Stürzen aus über 30 Metern, jedoch oft mit schweren Verletzungen.
  • Bei 50 Metern beträgt die Aufprallgeschwindigkeit etwa 100 km/h (Wikipedia – Plongeon de haut vol)
Die harte Grenze

Wer aus 50 Metern springt, erreicht die gleiche kinetische Energie wie ein Auto, das mit 100 km/h frontal gegen eine Wand fährt. Selbst perfekte Technik kann bei dieser Höhe innere Blutungen, Wirbelbrüche oder Bewusstlosigkeit nicht ausschließen. Die Überlebenswahrscheinlichkeit sinkt exponentiell – pro zusätzlichem Meter steigt das Risiko dramatisch.

Die Konsequenz: Die offiziellen Wettkampfhöhen von 27 und 21 Metern sind nicht willkürlich gewählt. Sie liegen in einem Bereich, den der trainierte Körper mit der richtigen Technik gerade noch beherrschen kann. Alles darüber ist Glückssache – oder lebensgefährlich.

Wer ist Weltmeister im Plongeon de haut vol?

Aktuelle Weltmeister (Red Bull Cliff Diving Series)

  • Gary Hunt (Großbritannien) – der erfolgreichste Athlet der Red Bull Cliff Diving World Series mit 10 Gesamtsiegen (Wikipedia – Plongeon de haut vol)
  • Rhiannan Iffland (Australien) – gewann die Damen-Wertung seit 2017 mehrfach.
  • Weltcup-Sieger 2023 (Männer): Gary Hunt; Weltcup-Siegerin 2023 (Frauen): Rhiannan Iffland.

Historische Dominanz von Gary Hunt

Gary Hunt dominiert die Szene seit über einem Jahrzehnt. Seine Technik gilt als nahezu fehlerfrei, seine mentale Vorbereitung als vorbildlich.

„Es geht darum, die Angst zu kontrollieren und sich auf jede Bewegung zu konzentrieren.“

– Gary Hunt, mehrfacher Weltmeister (Red Bull TV)

Die Red Bull World Series gilt als inoffizielle Weltmeisterschaft, da es keinen einheitlichen Weltverband für diese Disziplin gibt.

Was auffällt: Anders als im olympischen Turmspringen gibt es keine zentrale WM für Plongeon de haut vol. Die Red Bull Cliff Diving World Series übernimmt de facto diese Rolle – mit eigenen Regeln, Sicherheitsstandards und Athletenverträgen. Für Athleten wie Gary Hunt oder Rhiannan Iffland ist die Serie die wichtigste Bühne.

„Selbst bei 21 m ist der Aufprall hart; wir trainieren jahrelang, um den perfekten Winkel zu finden.“

– Lysanne Richard, kanadische Profisportlerin (Radio France / France Inter)

Fazit: Plongeon de haut vol ist kein Massensport – es ist eine Disziplin für extreme Athleten, die jahrelang trainieren, um die Physik des Aufpralls zu beherrschen. Für Zuschauer bietet die Red Bull Cliff Diving World Series spektakuläre Momente. Für untrainierte Klippenspringer ist die Botschaft klar: Finger weg von Höhen über 5 Metern ohne zertifizierten Trainer – oder die Verletzung ist programmiert.

Zeitleiste: Meilensteine des Plongeon de haut vol

  • 1987 – Oliver Favre springt 58,8 m im Lac Léman (Schweiz) – höchster dokumentierter Sprung. (Wikipedia)
  • 1996 – Gründung der World High Diving Federation. (Red Bull)
  • 2009 – Erste Red Bull Cliff Diving World Series. (Red Bull)
  • 2013 – Einführung offizieller Sicherheitsstandards (CMAS). (CMAS)
  • 2023 – Gary Hunt gewinnt seine 10. Weltcup-Gesamtwertung. (Red Bull)

Das Zeitleisten-Signal: Die Entwicklung zeigt einen klaren Trend weg von inoffiziellen Rekordsprüngen hin zu regulierten Wettkämpfen mit strengen Sicherheitsauflagen. Die Zeiten, in denen Athleten von jeder beliebigen Klippe sprangen, sind vorbei – heute sind Plattformen, Höhen und Tauchpersonal standardisiert.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • Wettkampfhöhen von 27 m (Männer) und 21 m (Frauen) sind durch Red Bull und den Weltverband festgelegt (FINA High Diving Officials Manual)
  • Aufprallgeschwindigkeit von 27 m: ca. 85 km/h (Wikipedia – Plongeon de haut vol)
  • Wasseroberflächenspannung kann bei falscher Haltung zu Wirbelsäulenverletzungen führen (Phys.org)

Was unklar ist

  • Exakte Überlebenswahrscheinlichkeit ab 50 m Höhe – es liegen keine kontrollierten Studien vor.
  • Ob der Sprung von Oliver Favre (58,8 m) jemals offiziell anerkannt wird.

Auch tragische Beispiele wie der Unfall von Grand Corps Malade zeigen, wie riskant ein Kopfsprung ins flache Wasser sein kann.

Häufig gestellte Fragen

Ist Plongeon de haut vol gefährlicher als normales Turmspringen?

Ja – die Aufprallgeschwindigkeit ist mehr als doppelt so hoch, die Kräfte auf den Körper sind deutlich größer. Verletzungen wie Kniebandrisse oder Wirbelbrüche treten häufiger auf (Current Sports Medicine Reports)

Wie lange dauert ein Sprung aus 27 m Höhe?

Die Fallzeit beträgt etwa 2,3 Sekunden – von der Plattform bis zum Eintauchen. Die Athleten haben rund zwei Sekunden, um ihre Körperhaltung zu kontrollieren und den perfekten Winkel zu finden.

Kann man Plongeon de haut vol ohne Vorkenntnisse lernen?

Nein. Der Einstieg erfordert jahrelanges Turmspringen und spezielle Trainingsprogramme. Anfänger beginnen bei 5 Metern unter Anleitung eines zertifizierten Trainers.

Welche Kleidung ist beim Klippenspringen empfohlen?

Profis tragen meist Neoprenanzüge, die den Körper schützen und die Wasserverdrängung verbessern. Das Springen mit Schwimmbrille oder Ohrstöpseln ist verboten (Manitoba-Sicherheitshandbuch)

Wie wird die Punktzahl beim Wettkampf berechnet?

Die Jury bewertet Technik, Haltung und Schwierigkeitsgrad der Sprünge. Die Höhe der Plattform und die Ausführung der Figuren fließen in die Wertung ein (FINA High Diving Officials Manual)

Gibt es Altersbeschränkungen für die Teilnahme?

Für die Red Bull Cliff Diving World Series müssen Athleten mindestens 18 Jahre alt sein. Trainingsprogramme bieten Einstiegsmöglichkeiten bereits ab 16 Jahren mit Zustimmung der Eltern.

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